Matthias Ringmann (1482-1511)
deutscher humanistischer Philologe und Dichter, der u.a. für die Bezeichnung des Namens “Amerika” verantwortlich ist. Ringmann veröffentlichte mit Martin Waldseemüller, dem bekannten Kartografen, im Jahr 1507 eine neu geschaffene Weltkarte samt einer „Einführung in die Kosmografie“.
Passio domini nostri Jesu Christi, ex evangelistarum textu quam accuiratissime deprompta additis sanctissimis exquisitissimisque figures.
Urs Graf der Ältere (1485-1528)
Glasmaler, Kupferstecher, Zeichner für den Holzschnitt und Goldschmied. Neben seiner Tätigkeit als Handwerker in Basel und Solothurn führte Graf als Reisläufer ein abenteuerliches, wildes Leben.
Johannes Geiler von Kaisersberg (1445-1510)
Bedeutender Humanist, Theologe und wohl der bedeutendste deutsche Prediger des ausgehenden Mittelalters.
Johannes Knobloch, Strassburg, 1507
Mit dem Kolophon: “Iannes Knoloüchus imprimebat. Argeñ. Ann. M.D.VII.”
In dieser Druckvariante das einzige von uns nachweisbare Exemplar (siehe Referenzen)
Eine der drei (von bisher nur zwei bekannten) Varianten der ersten Ausgabe dieser bedeutenden Passionsfolge mit den hochbedeutenden Holzschnitten von Urs Graf. In Ausstattung und Erhaltung prachtvolle Postinkunabel mit 25 großformatigen, fast blattgroßen Holzschnitten von Urs Graf (24 HS) und Hans Wechtlin (1 HS). Vorliegende Druckversion nicht im VD16. Die prachtvollen Holzschnitte in kräftigen Abdrucken.
Die Holzschnitte sind von großem Realismus: „Pilatus als ein wütender Haudegen, die Pharisäer sind feiste katholische Priester, die Kriegsknechte rohes Gesindel, die Jünger ungebildete Gesellen; Jesus selbst ist immer mehr der Zimmermannssohn als der Messias…“ (Quelle: Muther).
„Urs Grafs erste größere Arbeit für den Holzschnitt, sogleich in einem nicht gewöhnlichen Großformat; sie hat sich wohl über mehrere Jahre hingezogen.“ – vgl. Hieronymus.
Mich persönlich überzeugt in den Darstellungen der versteckte Humor von Urs Graf, welcher am Rande der ernsthaften Darstellungen des Schicksals und des Leidens Christi, in der Nähe seiner Signatur in Form von grotesken Szenen, ein lotteriges Kind und kleine Tiere, unschwer zu erkennen sind. Offensichtlich reflektiert Urs Graf hiermit Parallelen zu seinem eigenen einfachen Leben und Leiden und karikiert diese dezent aber für den aufmerksamen Betrachter sichtbar in seinen Passionsdarstellungen.
Schöner, einspaltiger Druck mit gedruckten Randkommentaren links und rechts. Romanische Type mit unausgefüllten Initialspatien, noch ganz im Stile einer Inkunabel.
Blattgröße: 29,5 x 21 cm; Satzspiegel: 24 x 16 cm.
30 nicht nummerierte Blatt. Vollständig.
Lagenformel: A-E6.
Pergamenteinband um 1948, wohl von Henri Burton in Frankreich in Auftrag gegeben. Guter Zustand. Vorsätze gebräunt. 3-seiter Goldschnitt. Folio: 30,7 x 21,5 x 1,5 cm.
Sehr guter Zustand. Äußerst kräftiger Druck auf festem Büttenpapier. Breitrandiges und sauberes Exemplar. In den Außenrändern gebräunt, in den Rändern partiell etwas finger- und stockfleckig. Keine Beschädigungen oder Verluste.
Literatur: VD16 B 4694; Goedeke I, 398; Dacheux 29; Schmidt 101; Hieronymus, Oberrheinische Buchillustrationen II, 30; Geiler 27; Thieme/Becker XIV, 486; Muther 1275.
Bibliotheken: Diese Druckform im VD16 nicht nachgewiesen.
Ausgabebezeichnung: “Ioanes knobloüchus imprimebat. Argeñ. Ann. M.D.VII.” – VD16 B 4694; lt- VD16 nur in drei Bibliotheken (BSB München, Benediktinerabtei Einsiedeln und UB Freiburg).
Ausgabebezeichnung: “Ioãnes Knoloüchus imprimebat.Argeñ.Ann.M.D.VII.” – VD16 ZV 18610; lt. VD16 lediglich ein Ecxemplar in der Stadtbibliothek Trier.
Hiermit werden die einwandfreie Herkunft sowie der rechtmäßige Erwerb des vorliegenden Werkes bestätigt. Das Werk ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.
Matthias Ringmann & Johannes Geiler von Kaisersberg
Passio domini nostri Jesu Christi
Johannes Knobloch, Straßburg, 1507
Reich illuminierte Handschrift auf Jungfernpergament. Diese Handschrift gehört zu den sogenannten „Perlbibeln“, den kleinsten Vollbibeln überhaupt. Dieser Handschriftentyp wurde im frühen 13. Jahrhundert im Umkreis der Pariser Universität entwickelt, um den neuen Bedürfnissen der sich zu dieser Zeit herausbildenden Metropolen zu entsprechen. Insbesondere die gewachsenen Anforderungen an Mobilität ließen die bis dahin in den Abmessungen eher voluminösen Bibeln auf ein Kleinstformat reduzieren. Sie passte somit unter die Kutten der Mönche, die das Wort Gottes in den Metropolen verbreiteten. Daher wird dieser Bibeltypus auch „Taschenbibel“ genannt.
Äußerst spannend! Lust auf mehr?